XAR

XAR (eXtra Abrasion Resistant)-Stahl besitzt einen hohen Härtegrad und findet bei Problemen mit Verschleiß und Abrieb, auch Abrasion genannt, Anwendung. Hergestellt wird dieser Stahl bei ThyssenKrupp Steel Europe. Die besondere chemische Zusammensetzung der XAR-Stähle und deren Vergütungen reduziert der Verschleiß auf ein Minimales und somit erhöht sich die Langlebigkeit des Produktes deutlich. Mit Dicken von 3 bis 100mm wird dieser Stahl besonders im Bergbau, Stahlwerkstechnik oder auch Zementwerke eingesetzt.

Ein optimaler Verschleißwiderstand wird durch die besondere Legierung von Niob und Chrom erreicht. Die Verschleißbeständigkeit bei stoßender Beanspruchung oder auch Kaltumformung wird mithilfe der Niob-Mikrolegierung gewährleistet. Auf Grund der Zusammensetzung dieser Stähle wird die Bearbeitung durch Schneiden, Schweißen oder Kanten mit geringen Biegeradien begünstigt.

Diesen Stahl gibt es in verschiedenen Varianten. Diese unterscheiden sich jeweils durch die Blechdicken und die Brinellhärte (HBW). Beim Brinell-Härte-Prüfverfahren wird eine Sinterhartmetall-Kugel 10 bis 15 sec. lang mit einer festgelegten Prüfkraft in die Oberfläche gedrückt. Dadurch entsteht im Werkstück ein runder Eindruck. Aus dem Durchmesser dieses Eindrucks, errechnet sich dann die Brinellhärte.

Stahlsorten im Überblick

XAR 300

  • Blechdicke 4 – 50 mm
  • Brinellhärte ≥ 270

Dieser Stahl zeichnet sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit sehr guter Oberflächenbeschaffenheit aus. Er wird dort eingesetzt, wo nur eine geringe Verschleißbelastung notwendig ist.


XAR 400

  • Blechdicke 3 – 100 mm
  • Brinellhärte 370 – 430

Dieser Stahl zeichnet sich durch einen hohen Verschleißwiderstand aus. Er ist besonders für Kaltumformung (Kanten) und Schweißen geeignet.


XAR 400 W

  • Blechdicke 3 – 50 mm
  • Brinellhärte 360 – 440

Dieser Stahl ist die warmfeste Variante und wird immer dort eingesetzt, wo eine hohe Härte und Verschleißbeständigkeit bei Temperaturen bis 400°C erforderlich sind.


XAR 450

  • Blechdicke 3 – 100 mm
  • Brinellhärte 420 – 480

Dieser Stahl entspricht der allgemeinen Güte des XAR 400 ist jedoch auf eine höhere Verschleißfestigkeit ausgelegt.


XAR 500

  • Blechdicke 4 – 100 mm
  • Brinellhärte 470 – 530

Dieser noch stärkeren Belastungen widerstehende Stahl ist besonders für das Umformen und Schweißen geeignet.


XAR 550

  • Blechdicke 4 – 100 mm
  • Brinellhärte 500 – 580

Für besonders hohe Belastungen und Verschleiß entwickelt.


XAR 600

  • Blechdicke 8 – 40 mm
  • Brinellhärte >550

Bei Verschleißteilen, die besonders extremen Abrieb ausgesetzt sind, greift man auf diese Stahlsorte zurück. Zu beachten ist, dass bei diesen Verschleißteilen keine stoßartigen Belastungen auftreten dürfen. Auch für eine Kaltumformung wie Kanten ist dieser Stahl nicht geeignet.


Die Verarbeitung

Aufgrund der Zusammensetzung der verschleißfesten Stähle, unterliegen zerspanende Arbeitsverfahren bei diesen metallischen Gefügen grundsätzlich schwierigeren Bedingungen. Beim Bohren von XAR 400 oder 450 muss ein erstklassiger HSS-E-Spiralbohrer verwendet werden, welcher mit einer Kobaltlegierung versehen ist. Hartmetallbohrer sind bei den Sorten 500, 550 und 600 notwendig. Lediglich XAR 300 kann mit herkömmlichen Bohrwerkzeugen bearbeitet werden. In allen Fällen sollte jedoch darauf geachtet werden Schwingungen zu vermeiden, die Werkstücke immer fest einzuspannen und kurze Bohrer zu verwenden.

Auch ein thermisches Trennen ist prinzipiell möglich. Hierfür kommen das autogene Brennschneiden, Laserstrahlschneiden oder auch Plasmaschneiden in Betracht. Zu beachten ist, dass es bei diesen Schneidverfahren kurzzeitig zu einer äußerst hohen Temperatur in der Ausdehnung der Schnittkante kommt. Die höchste Geschwindigkeit beim Schneiden erreicht man mit dem Plasmaschneiden. Jedoch hat sich das Schneiden per Laserstrahl immer mehr durchgesetzt. Hierbei können Blechdicken bis 20mm bei hoher Schnittgeschwindigkeit, geringem Verzug des Werkstückes und geringster Erhitzung der Schnittkante getrennt werden.

Die Stähle zeichnen sich auch durch eine gute Schweißbarkeit aus. Hierbei können alle gängigen Schweißverfahren genutzt werden. Das Lichtbogenschweißen sowie das MAG-Schweißen erwiesen sich als besonders gut.