HARDOX

Hardox ist ein sehr verschleißfestes Stahlblech. Hergestellt und weltweit exportiert wird Hardox durch die schwedische Firma SSAB, welche bereits 1974 das erste moderne verschleißfeste Blech entwickelte. Da sich der Stahl auch unter starken mechanischen Belastungen nur sehr langsam abnutzt, wird Hardox auch als Verschleißblech bezeichnet. Besonders für kies- und sandfördernde Unternehmen ist diese Tatsache interessant, da zum Beispiel Baggerschaufeln oder auch Kippermulden, welche aus HARDOX gefertigt wurden, wesentlich länger halten.

Dieses Material zeichnet sich durch eine gleichmäßige Ebenheit, hohe Härte und hohe Festigkeit aus. Das Gewicht der hergestellten Konstruktionen wird wesentlich verringert. Dies ist möglich, da auf Grund der hohen Festigkeit eine dünnere Blechstärke verarbeitet werden kann. HARDOX verliert auch bei niedrigen Temperaturen seine Schlagfestigkeit nicht. Da diese Bleche über sehr gute Schweiß- und Bearbeitungseigenschaften verfügen, sind spätere Reparaturen von Verschleißteilen problemlos möglich.

Durch die Wahl von Verschleißblechen mit höheren Härtestufen kann das Gewicht der Konstruktion bis zu 15 % reduziert werden. Schon eine Steigerung um 50 Brinell verlängert die Lebensdauer des Werkstückes um 50 bis 80 Prozent.

HARDOX ist ein vergüteter Stahl. Aus der Vergütung der Bleche resultieren die hervorragenden Eigenschaften, die bei falscher Verarbeitung verloren gehen können. Deshalb sind beim Biegen, Schweißen, Schneiden und Schleifen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen zu treffen.

Rime verarbeitet Hardox!

Die Firma Rime verfügt über Maschinen, die sich besonders gut für die Verarbeitung von HARDOX eignen. Wir können Bleche aus Hardox bis zu einer maximalen Stärke von 30 mm mittels Laser zuschneiden. Die Bearbeitung erfolgt mit neuester Maschinentechnik und in bester Qualität.

HARDOX Verschleißteile

Um das zu erreichen, bauen wir auch auf die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter in der Produktion. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie verschleißfeste Teile aus Hardox benötigen! Wir beraten Sie gern!

Wir haben stets HARDOX-Bleche in unserem Lagerbestand, welches wir zu verschleißfesten Produkten verarbeiten. Wir handeln jedoch nicht mit Tafelmaterial.

Hardox – Biegen und Kanten

Verschleißbleche wie Hardox mit hohen Festigkeiten können durch Kanten und Rundbiegen kalt verformt werden. Durch die höhere Festigkeit müssen jedoch Faktoren sichergestellt werden, damit das Kanten und Rundbiegen mit der höchstmöglichen Qualität durchgeführt werden kann.

Faustregeln

  • Mit zunehmender Festigkeit nimmt auch die anzuwendende Biegekraft zu.
  • Blech mit höherer Festigkeit federt beim Kanten stärker nach als normale Stahlbleche.
  • Umso härter und fester das Blech ist, desto größer müssen Stempelradius und Gesenkweite gewählt werden.

Blechoberfläche

Defekte und Rostablagerungen können die Biegsamkeit verringern. Deshalb sind vor dem Abkanten und Biegen von Hardox solche Defekte abzuschleifen. Beim Kantprozess sollte sich der Maschinenbediener seitlich der Abkantpresse aufhalten, da es bei der starken Krafteinwirkung auf das hochfeste Stahlblech zu Rissen in der Oberfläche kommen kann und Teile der Werkstückoberfläche in Biegerichtung abgesprengt werden können.

Stempelradius

Bei HARDOX 450 und 500 wird ein Stempelradius verwendet, welcher mindestens der vierfachen Blechdicke entspricht.

Rückfederung

Bei weicheren Verschleißblechen federt das Material zwischen 10 bis 18 % zurück. Bei härteren Stählen kann der Wert zwischen 12 bis 20 % liegen. Aus diesem Grund wird jedes Material etwas überbogen, um die Rückfederung um die entsprechende Gradzahl auszugleichen. Bei Rime kann das Kanten von Blechen an der Maschine simuliert werden. So kann die optimale Absenktiefe des Stempels optimal eingestellt werden.

Bohren

HARDOX Verschleißbleche können mit Schnellstahl- oder Hartmetallbohrern bearbeitet werden. Die Wahl ist von der vorhandenen Maschinentechnik abhängig. Hochfeste Stahlbleche sind extrem widerstandsfähig, was auch auf die mechanische Bearbeitung mit Werkzeugen zutrifft. Durch die Widerstandsfähigkeit kann es beim Bohren zu starken Vibrationen kommen. Eine Beschädigung des Bohrers oder der Maschine ist deshalb nicht auszuschließen.

Um Vibrationen und Schäden zu vermeiden, können folgende Maßnahmen empfohlen werden:

  • geringer Abstand zwischen Bohrer und Maschinensäule
  • spannen Sie das Werkstück fest ein
  • legen Sie kein Holz unter das Werkstück
  • Verwenden Sie kurze Bohrer und Maschinenspindeln, um den Abstand zwischen Bohrerspitze und Ausleger zu minimieren
  • Entspannen Sie die Bohrmaschine kurz vor dem Durchstoßen, indem Sie den Vorschub kurz ausschalten. Dadurch wird der Bohrer vor Beschädigungen bewahrt.
  • Verwenden Sie reichlich Kühlflüssigkeit (Kühlflüssigkeit [l/min] ~ Bohrerdurchmesser [mm]

Gewindebohren

HARDOX-Bleche können auch mit Gewinden ausgestattet werden. Zum Gewindebohren sollten jedoch 4-schneidige Bohrer zum Einsatz kommen, da diese die großen Drehmomente besser aufnehmen können. Zum Unterstützen des Bohrprozesses ist die Anwendung von Gewindeöl zu empfehlen.

Heute ist dieser Stahl in den Sorten Hardox 400 / 450 / 500 / 550 / 600 / HiTuf oder auch Extreme erhältlich. Diese unterscheiden sich jeweils in ihrer Härte, Zähigkeit, Biegbarkeit und Möglichkeit des Schweißens.

Eine Gegenüberstellung verschiedener Hardox – Sorten

HARDOX 400

  • Blechdicke 3 – 130 mm
    Brinellhärte 370 – 430

HARDOX 450

  • Blechdicke 3 – 80 mm
    Brinellhärte 425 – 475

Diese werden eingesetzt, wenn eine Kombination aus hoher Verschleißfestigkeit und guten Eigenschaften der Kaltumformung gefragt sind. Hergestellt werden aus diesen Blechen beispielsweise Muldenkipper, Siebe, Rutschen, Anlagen zum Zerkleinern von Gesteinen, Bagger oder auch Förderanlagen. Diese Stahlsorten zeichnen sich durch sehr gute Schweißbarkeit aus.


HARDOX 500

  • Blechdicke 4 – 32 mm
    Brinellhärte 470 – 530
  • Blechdicke 32 – 80 mm
    Brinellhärte 370 – 430

HARDOX 550

  • Blechdicke 10 – 50 mm
    Brinellhärte 525 – 575

Diese werden eingesetzt, wenn hohe Anforderungen in Bezug auf den Verschleißwiderstand erforderlich sind. Hergestellt werden aus diesen Blechen beispielsweise Förderanlagen, Messer und Schneiden, Löffel für Bagger, Zahnräder oder auch Zerkleinerungsanlagen. Das Material darf nicht über 250°C erhitzt werden, da das Blech sonst seine hervorragenden Eigenschaften verlieren kann.


Hardox 600

  • Blechdicke 8 – 50 mm
    Brinellhärte 560 – 640

Dieser wird eingesetzt, wenn hohe Anforderungen in Bezug auf den Verschleißwiderstand erforderlich sind. Hergestellt werden aus diesem Blech beispielsweise Rutschen, Zerkleinerer, Hammer oder Schredder.


Hardox HiTuf

  • Blechdicke 40 – 120 mm
    Brinellhärte 310-370

Dieser wird eingesetzt, wenn äußerst hohe Anforderungen in Bezug auf die Kombination von Zähigkeit und Verschleißwiderstand erforderlich sind. Hergestellt werden aus diesem Blech beispielsweise Abrisswerkzeuge oder Schneidkanten.


Hardox Extreme

  • Blechdicke 10 mm
    Brinellhärte 700
  • Blechdicke 25 mm
    Brinellhärte 650

Dieser wird eingesetzt, wenn eine äußerst hohe Anforderung in Bezug auf den Verschleißwiderstand erforderlich ist. Hergestellt werden aus diesem Blech beispielsweise Hämmer, Zerkleinerer, Verschleißschutzplatten und Schneidgeräte.