Die Geschichte der Blechbearbeitung

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Verfolgen Sie die Geschichte der Metallverarbeitung über einen Zeitraum von 8.000 Jahren! Lesen Sie vom Aufstieg und Fall ganzer Hochkulturen und ihrem Kampf um die besten Erzvorkommen. Erfahren Sie, wie eng die Entwicklung unserer Kultur mit Eisen und Stahl verbunden ist.

Kapitel 1

Steinzeit

Die verschiedenen Epochen der Entwicklung der Menschheit werden nach den Materialien benannt, aus denen vorrangig Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände und Waffen hergestellt wurden. Die Steinzeit ist, verglichen mit anderen Zeitaltern, mit über zwei Millionen Jahren die längste aller Epochen. In der Archäologie wird die Steinzeit noch in sechs kürzere Abschnitte unterteilt, in denen die Menschheit jeweils weitere Fortschritte machten. Dazu zählen unteranderem die Alt- / Mittel und Jungsteinzeit. In den ersten dieser Abschnitte nutzten die Menschen alle Materialien, die sie in der Natur fanden. Am Anfang waren es vor allem Äste, Knochen, Baumrinden und unbearbeitete Steine.Bock

Im Lauf der Zeit entdeckten die Menschen, dass verschiedene Steine auch jeweils unterschiedliche Eigenschaften hatten. Besonders interessant waren dabei Gesteine, die hart und spröde waren und einen muscheligen Bruch aufwiesen. Dies bedeutet, dass sich ein Stein nicht durch mechanische Einwirkung in der Mitte spalten lässt. Beim Aufschlag platzen jedoch Splitter von der Oberfläche ab, die häufig muschelförmig aussehen. Mit etwas Übung konnten Steine in die gewünschte Form gebracht werden und hatten außerdem rasiermesserscharfe Außenkanten. Die abgeplatzten Splitter waren auch extrem scharf und wurden als Pfeilspitzen oder Messer benutzt. Am häufigsten wurden Feuerstein oder Obsidian benutzt.

Die ersten Metalle

Archäologen sind sich bis heute uneinig, seit wann dem Menschen Metalle bekannt sind und er diese auch verarbeitet. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Gold das erste Metall war, welches vom Menschen genutzt wurde. Gold kann bis heute weltweit in Flüssen und Bächen gefunden werden, welche goldhaltige Gesteinsschichten durchfließen. Durch die erodierende Wirkung des Wassers wird das Gold herausgelöst und kann in Form von „Nuggets“ gefunden werden. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern ist es nicht unwahrscheinlich, dass unsere Vorfahren schon vor 80.000 Jahren einfache Schmuckstücke aus Gold herstellten.

Gold ist ein sehr weiches Metall, welches auch mit einfachsten Werkzeugen bearbeitet werden kann. Feuerstein und Obsidian haben eine deutlich höher Härte als Gold und eignen sich gut, um Rillen oder Muster in ein Schmuckstück zu ritzen. Dies reicht aber bei weitem nicht aus, zwischen die Jungsteinzeit und Kupferzeit eine „Goldzeit“ einzufügen, da der Mensch nie Werkzeuge und Waffen aus Gold herstellte. Dazu war das Metall zu selten und wäre außerdem viel zu weich, um als Material für Werkzeuge nützlich zu sein.

Es ist unmöglich, einen exakten Zeitpunkt für den Übergang von der Jungsteinzeit in die Kupferzeit festzulegen. Vor 10.000 Jahren war das Land sehr dünn besiedelt und viele Stämme kamen kaum in Kontakt mit anderen Menschen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es daher sinnvoll die Epoche immer mit einer Region in Verbindung zu bringen. So endete beispielsweise die Steinzeit in der Balkanregion mehrere tausend Jahre früher als in Mitteleuropa. Besonders auffallend sind die Unterschiede zu Hochkulturen, die schon große Leistungen in der Wissenschaft, Materialverarbeitung und Astronomie vollbrachten, während in anderen Regionen die Menschen gerade anfingen sesshaft zu werden.

Elementare Metalle

Silber aus einem BergwerkGediegen KupferDie meisten Elemente kommen nicht in reiner Form vor. Sie befinden sich meist in chemischen Verbindungen und sind kaum mit bloßem Auge zu erkennen. Es gibt einige Ausnahmen bei den Metallen, zu denen Gold, Silber und Kupfer gehören. Liegen Metalle in chemisch reiner Form vor, werden sie als „gediegen“ bezeichnet.

Gold glänzt im Licht wie die Sonne und dürften so das Interesse des Menschen geweckt haben. Andere Metalle können ebenfalls gediegen vorkommen. Jedoch reichten vermutlich die vorhandenen Mengen nicht aus, um die Aufmerksamkeit der damaligen Menschen zu wecken. Außerdem lagen die Vorkommen oft in unerreichbaren Tiefen verborgen und waren mit den damaligen Mitteln einfach nicht zu erreichen.

Quellen:

Menschen der Urzeit, Karl-Müller-Verlag, ISBN 3833601191
Das große Buch der Mineralien, Voltmedia, ISBN 3937229051
Bilder: Privatsammlung