Fasen

Es gibt viele Gründe, Kanten von Werkstücken mit einer Fase zu versehen. Der wichtigste Grund hierfür ist die Entfernung scharfer Materialkanten, die bei einigen Blechbearbeitungsmethoden entstehen können. Werden Blechtafeln beispielsweise durch Scheren zurechtgeschnitten, wird nur ein gewisser Teil der Materialstärke wirklich geschnitten. Der verbleibende Teil wird aufgrund der hohen Scherkräfte eher abgerissen. Dadurch entstehen Messerscharfe Grate, die einerseits ein hohes Verletzungsrisiko tragen und andererseits die Passgenauigkeit bei der Weiterverarbeitung beeinträchtigen.

Bei thermischen Trennverfahren beispielsweise entstehen keine Grate im Sinne einer mechanischen Beanspruchung. Durch die große Hitzeeinwirkung, beispielsweise beim Laserschneiden, wird Material aufgeschmolzen und durch Einwirkung eines gebündelten Gasstrahls aus dem Schneidspalt herausgeblasen. Vor allem bei dickeren Blechtafeln können sich so an der Rückseite des Werkstücks Zunder und Schlacke ablagern.

Einsatzmöglichkeiten für Fasen

Durch das Anbringen von Fasen können Materialkanten nicht nur von scharfen Graten, Zunder und Schlackeablagerungen befreit werden. Eine Fase verbessert auch die optischen Eigenschaften eines Werkstücks und vereinfacht durch die hohe Passgenauigkeit das spätere Fügen mehrerer Teile zu Schweißbaukonstruktionen. Müssen Werkstücke in einem bestimmten Winkel zueinander verschweißt werden, können die zu verbindenden Materialkanten durch Fasen leichter positioniert werden, da die Fasen wie eine Führung wirken und somit die Einhaltung der Maßhaltigkeit erleichtern.

Fasen laserschneiden

Bei Rime wird im Februar 2012 eine neue Laserschneideanlage in Betrieb genommen, mit der Bleche mit den Abmessungen bis zu 16 x 4 Meter mit Fasen versehen können. Durch den stufenlos schwenkbaren Schneidkopf sind Fasen im Bereich von -30° bis +45° möglich.

Fasen formen

Schnell und und vor allem kostengünstig erfolgt das Anfasen mit unserem Schweißkantenformer (Knabbermaschine). Dieses Gerät kann stufenlos in jeden Fasenwinkel zwischen 20° – 45° eingestellt werden. Je nach Materialfestigkeit beträgt die Blechdicke bis zu 15 mm bei einer Festigkeit von 400 N/mm². Bei der maximal möglichen Materialfestigkeit von 600 N/mm² können Blechtafeln bis zu einer Materialstärke von 6 mm bearbeitet werden.

Unser Schweißkantenformer von Trumpf eignet sich zur Herstellung von Fasen für alle üblichen K-, V-, X- und Y-förmigen Schweißfugen. Darüber hinaus kann das Gerät sowohl für gerade als auch kurvenförmige Materialkanten verwendet werden. Es ist sogar in der Lage Rohrenden mit einer Fase zu versehen, wenn diese einen Mindestdurchmesser von 100 mm aufweisen.

Obwohl unser Schweißkantenformer ein Handgerät ist, kann er auch stationär auf ein Stativ montiert werden. Im Handbetrieb ist das Gerät an schwer erreichbaren Positionen einsetzbar. Durch Nutzung des Ständers wird das Anfasen kleiner Werkstücke erleichtert. Bei besonders langen Werkstücken montieren wir unsere Knabbermaschine auf einen Rollwagen. Der dann ohne großem Kraftaufwand am Werkstück entlanggeführt werden kann.

Funktionsweise

Die Maschine verfügt über einen Stoßstahl, der auf einer Exzenterwelle montiert ist. Durch die Welle wird der Stoßstahl auf und ab bewegt. Wird nun die Maschine an die Materialkante angelegt, wird durch diese Bewegung das Material in Breite des Stoßstahls im eingestellten Winkel abgetrennt. Wird die Maschine nun gleichmäßig an der Materialkante entlanggeführt, wird die Fase so Stück für Stück herausgearbeitet. Durch die Bewegung des Stoßstahls entsteht auf der Oberfläche der Fase ein geriffeltes Muster. Aus diesem Grund wird dieser Arbeitsvorgang auch Knabbern genannt.

Beim Vorbereiten einer Schweißnaht spielt das Muster eine untergeordnete Rolle, da durch das Schweißen das Material aufgeschmolzen wird. Die Schweißnahtvorbereitung mit dem Kantenformer durchzuführen ist eine preiswerte Alternative zum Fräsen.