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WIG Schweißen

WIG SchweißenWIG Schweißen gehört zu den Schmelzschweißverfahren. Es ist universal anwendbar und zeichnet sich durch die saubere Verarbeitung aus. Bei dieser Methode entstehen nur wenige Spritzer und so gut wie keine Gase, was für den Schweißer gesundheitliche Vorteile hat.

Beim Verschweißen des Werkstückes wird der notwendige Strom über eine Wolfram-Elektrode (2) zugeführt. Diese Elektrode schmilzt im Gegensatz zum MIG und MAG-Schweißen nicht ab. Die Schweißnähte (5) sind sehr hochwertig, da das aufgeschmolzene Metall (4) durch die Zuführung eines Schutzgases (3) vor dem Einfluss von Sauerstoff geschützt wird.

Die Zuführung erfolgt direkt über den Schweißkopf (1). Da die Elektrode nicht abschmilzt wird der Schweißzusatz (7) manuell zugeführt. Beim WIG Schweißen kann der Schweißer die Stromstärke und die Menge des Schweißzusatzes auf das Werkstück (6) abstimmen. Beim WIG Schweißen wird der Schweißzusatz fortdauernd oder Tropfen für Tropfen zugeführt. Der Schweißdraht verbleibt dabei immerwährend im flüssigen Schweißbad. Daher nennt man diese auch „stechende Methode“.

Nikolai Nikolajewitsch Bernados erfand bereits 1880-1887 das Lichtbogenschweißen. Im Jahr 1881 führte er dieses Verfahren zum ersten Mal auf der Messe in Paris vor. Dabei erzeugte er einen Lichtbogen zwischen einer Kohleelektrode und einem Werkstück. Später im Jahr 1885 meldete er dieses Verfahren als Patent an.
Das WIG Schweißen wurde 1946 in den USA erfunden. Die ursprüngliche Bezeichnung war Argonarc-Schweißen und stellt eine Weiterentwicklung des Kohle-Lichtbogenschweißverfahrens dar.

Technische Details

Es wird beim WIG Schweißen zwischen 2 Varianten unterschieden. Zum Einen ist es das Schweißen mit Gleichstrom, welche die am häufigsten angewendete Art ist. Dabei liegt die Wolfram-Elektrode auf dem Minuspol. Diese Form des Schweißens wird zum Verbinden von legierten Stählen oder auch Nichteisenmetallen wie zum Beispiel Kupfer oder Messing verwendet. Zum Zweiten ist es das Schweißen mit Wechselstrom. Diese Art des Schweißes wird zum Verbinden von Leichtmetallen wie Aluminium und Magnesium verwendet, da hierbei die Oxidschicht aufgebrochen wird. In Ausnahmefällen werden Leichtmetalle jedoch auch mit Gleichstrom geschweißt, wobei die Elektrode am Pluspol anliegt. Im Allgemeinen kann man jedoch sagen, dass jedes zum Schmelz-Schweiß-Verfahren geeignete Metall im WIG-Verfahren verschweißt werden kann.

WIG Schweißen kommt hauptsächlich bei dünnen Blechen aus Aluminium und Edelstahl zum Einsatz, kann aber auch bei normalen Stahlblechen angewendet werden.

Da das Wolfram-Inertgasschweißen manuell aber auch automatisiert einsetzen kann, kommt dieses Verfahren in sehr vielen Bereichen zum Einsatz. Große Möglichkeiten der Anwendung findet man in der Luft- und Raumfahrtindustrie, im Stahl- und Geländerbau oder auch im Rohrleitungsbau.

WIG Schweißen kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein besonderer Anspruch auf die Güte und die Beschaffenheit der Schweißnaht besteht. Beim manuellen Schweißen wird diese Arbeit zweihändig ausgeführt. Mit der einen Hand wird der Schweißzusatz und mit der anderen der Schweißbrenner zugeführt. Da der Anspruch an das Können sehr hoch ist, erledigen diese Aufgaben nur spezialisierte Schweißer.

Vorteile:

Es entsteht beim Einsatz der inerten Gase Argon und Helium keine Schlacke. Dieses Schweißverfahren ist sehr schnell. Dies hat zur Folge, dass sich das Material aufgrund der kurzen Hitzeeinwirkung kaum verformt. WIG-Schweißen kann in allen Positionen angewandt werden.

Nachteile:

Dieses Schweißverfahren ist sehr windanfällig. Aus diesem Grund kann WIG-Schweißen nicht im Freien angewendet werden. Durch Windeinwirkung kann das Schutzgas weggeweht werden, was dann eine verstärkte Oxidation der Schweißnaht nach sich zieht. Solche Schweißnähte sind bei weitem nicht so haltbar wie unter Schutzgas geschweißte Nähte. Bei der Schweißnahtvorbereitung muss unbedingt der Rost entfernt werden.