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Blech Scheren

Blech scheren ist ein einfaches und kostengünstiges Verfahren, um Blechtafeln schnell zuzuschneiden. Unsere Schlagscheren können Blechtafeln bis 8 Meter Gesamtlänge schneiden. Dabei entwickeln die Maschinen eine maximale Presskraft von bis zu 600 Tonnen.

Scheren verfügen jeweils über zwei Messer wobei das Untermesser fest mit dem Maschinentisch verbunden ist. Das Obermesser hingegen wird beweglich an einer vertikal geführten Kulisse geführt. Die Messer sind so angeordnet, dass zwischen den Klingen ein Schneidspalt entsteht.

Der richtige Schneidspalt, ein Qualitätsmerkmal beim Blech scheren

Schneidtisch zum Fixieren und Blech scherenDie Breite dieses Spaltes sollte immer so klein wie möglich gewählt werden. Befinden sich Ober- und Untermesser zu weit auseinander, wird zum Blech scheren zwar weniger Kraft benötigt, führt aber beim Absenken des Obermessers zu einer Materialverformung an den Kanten. Diese müssen dann in einem weiteren Arbeitsschritt gerichtet und entgratet werden. Ist der Schneidspalt zu klein gewählt, müssen Scheren wesentlich mehr Kraft aufwenden, um Materialien zu zerschneiden.

Dies führt zu einer stärkeren Belastung von Maschine und Messern. Um unsere Maschinen nicht zu überlasten und trotzdem eine sehr gute Schnittqualität zu erreichen, muss je nach Material und Blechstärke der optimale Schneidspalt ausgewählt werden.

Bei unseren CNC-gesteuerten Maschinen muss nur Material und Blechstärke ausgewählt werden. So wird das Obermesser in einen optimalen Abstand zum Untermesser gebracht. Vor dem Scheren wird der Werkstoff auf den Maschinentisch gelegt und  korrekt positioniert. Bei uns helfen CNC-gesteuerte Anschläge, die Bleche zügig auf dem Scherentisch auszurichten. Bei älteren Scheren hilft ein von oben beleuchteter Draht, welcher einen Schatten auf die Blechtafel wirft, beim Einlegen des Werkstücks.

Welche Probleme können eventuell beim Schneiden auftreten?

Mit einem Niederhalter wird das Blech festgespannt und so vor eventuellem Verrutschen gesichert.Werden sehr lange und schmale Blechstreifen benötigt, kann es durch einwirkenden Scherkräfte zu Verformungen kommen. Von diesem Effekt ist nur das Material hinter dem Obermesser betroffen, da der vor dem Messer befindliche Teil vom Niederhalter fixiert wird.

Da hinter dem Messer kein Niederhalter angebracht ist, kann es zu Verwindungen kommen, bei denen geschnittene Blechstreifen stark deformiert werden. Um schmale Blechteile verwindungsfrei ausschneiden zu können, ist ein kleiner Schneidspalt entscheidend.

In welchen Fällen ist Laserschneiden besser als Scheren?

Die Wahl, für welche Methode man sich entscheidet, hängt von diesen Faktoren ab:

  • Welche Materiallänge benötigen Sie für Ihre Werkstücke?

    Wir können Bleche mit einer Gesamtlänge von 16 m mit unserer XXL-Laserschneideanlage bearbeiten. Kürzere Blechzuschnitte bis 8.000 mm können auch mittels Schlagschere erfolgen.

  • Welche Qualität muss die Schnittkante aufweisen?

    Fakt ist, dass beim Blech scheren nur ein Drittel des Materials wirklich geschnitten wird. Der Rest wird durch mechanische Beanspruchung durch das Obermesser abgerissen. Dadurch entstehen an den Schnittkanten scharfe Grate, welche eventuell beseitigt werden müssen. Bei einigen Aufträgen kann dies vernachlässigt werden. Ist die Qualität nicht ganz so wichtig, ist Scheren die schnellste und preiswerteste Alternative. Zuschnitte per Laser liefern, vor allem bei dünnen Blechen, perfekte Materialkanten, welche nicht nachbearbeitet werden müssen.

  • Geschwindigkeiten bei den verschiedenen Verfahren

    Die Geschwindigkeit beim Laserzuschnitt nimmt mit steigender Materialdicke stetig ab. Vor allem bei stärkeren Blechen kann es durchaus sinnvoll sein, Bleche mit unseren Schlagscheren zuzuschneiden. Bei dünnen Blechen ist Lasern der Schere deutlich überlegen, da Zuschnitte schneller, unschlagbar präzise und sauber erfolgen.

  • Vergleich des aufzuwendenden Energieaufwandes beim Schneiden

    Laserschneiden ist sehr energieaufwendig. Zum Betreiben der Schneidköpfe ist ein nicht unerheblicher Energieaufwand von bis zu 6.000 Watt notwendig. Auch das Zuführen von Stickstoff als oxidationshemmendes Schutzgas stellt einen wirtschaftlichen Aufwand dar, der beim Blech scheren komplett entfällt. Der Energieaufwand ist beim Scheren auch geringer, da die Maschinenkraft durch Schwungräder verstärkt wird und der Zuschnitt mechanisch erfolgt.

  • Kombination mit anderen Produktionsschritten

    Auch nachfolgende Bearbeitungsschritte sollten nicht außer Acht gelassen werden. Oft müssen zugeschnittene Bleche mit Bohrungen und Aussparungen versehen werden. In diesem Fall müssen Werkstücke nach dem Scheren zur Fräse gebracht werden, um dort weiter bearbeitet zu werden. Dies kann durchaus viel Zeit in Anspruch nehmen. Beim der Laserbearbeitung entfällt dieser Transport, weil der Laser nicht nur den Blechzuschnitt, sondern auch gleich Aussparungen und Bohrungen im gleichen Arbeitsschritt erledigt.

  • Welches Verfahren soll nun angewendet werden?

    Scheren oder Lasern? Diese Entscheidung ist in manchen Fällen nicht ganz einfach. Für welche Methode man sich entscheidet, ist von Materialart und -stärke abhängig. Unsere CAD-Mitarbeiter wählen für Ihren Auftrag die optimale Bearbeitungsmethode aus, damit Sie Ihre Blechzuschnitte so schnell wie möglich und in hervorragender Qualität erhalten.

Welche Arten von Schlagscheren gibt es?

Man kann grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Scheren-Arten unterscheiden.

Kulissengeführte Schlagscheren

Bei kulissengeführten Scheren erfolgt nun der Schneidvorgang, in dem das Obermesser gerade durch das Material geführt wird. Wichtig dabei ist, dass das Obermesser nicht absolut senkrecht durch die Blechtafel schert. Die Wirklinie der Scherkraft verläuft nicht im rechten Winkel, sondern mit einer Abweichung von etwa zwei Grad. Wird das Obermesser an diese Abweichung angepasst, in dem es auch mit diesem Winkel durch das Material schneidet, führt dies zum Ausgleich dieser Abweichung und zu einer rechtwinkeligen Materialkante.

Schwingschnittscheren

Bei Schwingschnittscheren wird das Obermesser nicht mit einer Kulisse gerade, von oben nach unten, durch das Material geführt. Der Schwingschnitt erfolgt in einer kreisbogenförmigen Bewegung. Das Messer berührt das Material rechtwinklig mit einem extrem kleinen Schneidspalt. Durch die kreisförmige Schnittbewegung entfernt sich das Obermesser während des Schneidens vom Untermesser, sodass die Abweichung der Scherkraft automatisch ausgeglichen wird und so ein gerader Schnitt entsteht. Dieses Schneideverfahren ist besonders für dicke Blechstärken geeignet.